Casteller Weinbergstulpen

22.04.2018

Am Sonntag, den 22. April findet eine Führung zu den Weinbergstulpen in Castell statt. Brigitte Horak startet um 14.00 Uhr an der Kirche in Castell zu einem Spaziergang zu den Weinbergstulpen. Freuen Sie sich auf eine Besonderheit in unserer Natur.

 

Eine Besonderheit der Natur gibt es je nach Witterung, meist Mitte bis Ende April in Castell zu sehen. In einigen nach ökologischen Richtlinien bearbeiteten Weinbergen kann man die wilde Weinbergstulpe blühen sehen. Die Blüten ziehen sich leuchtend gelb durch die Weinbergszeilen. Die Blütenform unterscheidet sich deutlich von der gezüchteten Tulpe. Sie ist wesentlich schmaler und die einzelnen Blütenblätter laufen nach außen spitz zu.  Je nach Wetterlage öffnen sich die Blüten komplett, so dass sie wie ein Stern aussehen.

Trotz Bewirtschaftung der Weinberge hat sich diese spezielle Tulpenart in einigen Weinbergen erhalten. Dies ist dem sorgfältigen und rücksichtsvollen Umgang der Winzer mit den Ressourcen unserer Natur zu verdanken, denn nur so können wir auch in vielen Jahren noch diese in unserer Region einmalige Blütenart in freier Landschaft bewundern.

Die Weinberge werden intensiv genutzt und der Boden wird mehrmals im Jahr gehackt. Gerade Zwiebelpflanzen sind an diesen Standort besonders angepasst. Da diese Zwiebelpflanzen bereits im Frühjahr blühen und fruchten, behindern sie das Wachstum der Reben nicht und werden daher von den Winzern geduldet.

Eine traditionelle, nicht zu tiefe Bodenbearbeitung beeinträchtigt diese Pflanzen kaum, begünstigt sie sogar vor der Konkurrenz anderer Unkräuter. Problematisch ist die Neuanlage von Weinbergen, da hier eine sehr tiefe Bodenbearbeitung stattfindet. Die Zwiebeln werden dabei häufig tief vergraben und verletzt.

Die Wildtulpe stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum, wo sie in Grasfluren, Feldern und Weinbergen verbreitet ist. In Castell erzählt man sich, dass die Tulpenzwiebeln zur Zeit der Kreuzzüge von Rittern und Kriegsknechten aus dem Heiligen Land mitgebracht wurden und dass man sie wegen ihrer Schönheit hier angepflanzt hat. Sicher ist, dass sie sich nur mit Hilfe des Menschen hier einbürgern konnte.

Auch heute ist sie noch auf den besonderen Schutz des Menschen angewiesen. Die Wildtulpe gehört zu den geschützten Pflanzen und nach der Roten Liste Bayerns zu den gefährdeten Pflanzenarten.

 

Auch im Schlosspark in Wiesentheid findet man zwischen den Bäumen entlang der Mauer die Weinbergstulpen im späten Frühjahr.

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