Ländliches Kernwegenetz

Die stete Modernisierung und Optimierung der Landwirtschaft bringt immer größere Maschinen zum Einsatz. Zur schnellen Erreichbarkeit der Felder dienen Flurwege. Diese sind häufig noch nicht an die moderne Landwirtschaft angepasst. Auch Freizeit, Tourismus und Energiewirtschaft stellen immer neue Anforderungen an das bestehende Wegenetz.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze will daher das ortsübergreifende ländliche Kernwegenetz erhalten, verbessern und in Teilen auch neu schaffen. Wichtige landwirtschaftliche Wege müssen dafür saniert oder neu befestigt und auf eine Breite von 3,50 Meter erweitert werden, damit dort auch moderne landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren können. Die Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze hat mit ihren neun Mitgliedsgemeinden dafür ein sogenanntes Kernwegenetzkonzept erstellen lassen, welches den Wegebestand analysiert und Empfehlungen zur Sanierung bzw. einen weiteren Ausbau gibt. Das Projekt wurde mit 75 % vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördert. Nach intensiver Abstimmung mit den Gemeinden, Landwirten und Fachbehörden stellte das ausführende Büro, die BBV LandSiedlung, das Kernwegenetzkonzept der Dorfschätze im Juni 2016 fertig und überreichte es der Lenkungsgruppe.

 

70 Kernwege sind im Gesamtkonzept enthalten, das sind insgesamt 96,1 km, die im Sinne des Naturschutzes zum Großteil auf bereits vorhandener Trasse geplant sind. Der Ausbau jedes einzelnen dieser Wege ist dank des Konzepts förderfähig. Würde man alle gleichzeitig in Angriff nehmen, dann wären das bei 200 € pro laufenden Meter dennoch Millionenbeträge, was natürlich keine Gemeinde tragen kann. Daher will man bei der Umsetzung Schritt für Schritt vorgehen und langfristig planen. In Abhängigkeit vom aktuellen Zustand der Wege gibt die LandSiedlung eine Empfehlung für die zeitliche Umsetzung: Etwa 25 % der Kernwege sollen kurzfristig (in den nächsten 0-5 Jahren) ausgebaut und saniert werden, 41 % mittelfristig (5-15 Jahre) und 34 % langfristig (> 15 Jahre). Da für den Ausbau oftmals nicht genug Platz vorhanden ist, muss ein Bodenordnungsverfahren durchgeführt werden, bei dem die Gemeinde Grundstücksbereiche entlang des Kernweges durch Tausch oder Verkauf erwerben muss. Es werden also viel Arbeit und ein langer Atem notwendig sein. Aber dass das Kernwegenetz nicht nur Papier bleibt, ist schon jetzt abzusehen. Der erste Antrag ist gestellt und wenn alles gut läuft, kann es 2017 mit dem Ausbau losgehen.