Bürgerbefragung

Im Jahr 2013 wurde von der Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze eine Befragung zum „Wohnen auf dem Land“ im Hinblick auf den demografischen Wandel durchgeführt. In allen neun beteiligten Orten wurden die Fragebögen ausgeteilt. Ziel war es, von den Bürgern selbst zu erfahren, wo der „Schuh drückt“, wenn man auf dem Land wohnt.

 

Im Arbeitskreis „Dialog der Generationen“ haben wir alle Ergebnisse diskutiert und daraus Handlungsempfehlungen für Dorferneuerungen und Aufgabenstellungen für den Arbeitskreis „Dialog der Generationen“ entwickelt.

Der Hauptanteil der zurück geschickten Fragebögen kam aus der Altersgruppe von 50 bis 70 Jahren. Aber auch viele junge Familien und über 70 jährige haben uns ihre Meinung mitgeteilt. Die Probleme sind in allen Altersgruppen gleich, wo man mit Rollstuhl oder Rollator schlecht auf altem Kopfsteinpflaster laufen kann, hat auch ein Kinderwagen oder Dreirad Probleme. Öffentliche Treffpunkte, Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und gute Verkehrsanbindung wünschen sich auch Alt und Jung!

 

Das herausragendste Ergebnis ist: 86 % der Befragten leben in Eigenheimen und möchten darin auch alt werden! Das ist wohl typisch für unsere ländlich geprägte Region, aber auch eine klare Aussage!

Es bedeutet, dass wir mit zunehmendem Gebäude-Leerstand rechnen müssen. Wenn die Erben selbst ein Haus haben, stehen die Elternhäuser im Ortskern irgendwann leer.

Was können wir dagegen tun? Sind Förderungen für Sanierungen im Altort möglich oder ist eine Leerstandsbörse die Lösung? Darüber muss in den Gremien noch diskutiert werden.

 

Wenn so viele zuhause alt werden möchten, heißt das aber auch:

-dass viele Häuser barrierefrei umgebaut werden müssen

-dass viele Pflegekräfte gebraucht werden, die nach Hause kommen

-dass vielleicht mobile Läden (fahrende Bäcker, Metzger und eventuell andere Berufsgruppen wie Frisöre) in Zukunft gebraucht werden

-aber auch, dass ein gutes Miteinander im Dorf und Ehrenamtliche wie der „Verein Zeit füreinander“ immer wichtiger werden.

 

Viele Gäste interessierten sich für die Ergebnisse der Befragung, die am 13.04.2014 in einer Ausstellung vorgestellt wurden. Die Bürgermeister und die Weinhoheiten übten sich mit dem Rollstuhl auf dem historischen Pflaster, dabei zeigten sich die Tücken der unebenen Steine.

 

Die komplette Dokumentation finden Sie als PDF unter den Fotos.

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