Voller Energie die Energiewende anpacken

Erstes interkommunales Energiekonzept in Unterfranken

Die 9 Gemeinden der Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze Abtswind, Castell, Großlangheim, Kleinlangheim, Prichsenstadt, Rüdenhausen, Schwarzach a. Main, Wiesenbronn und Wiesentheid haben innerhalb eines Jahres ein gemeinsames Energiekonzept erarbeitet, welches vom Amt für Ländliche Entwicklung mit einer Förderung von 75 % unterstützt wurde. Nun liegen konkrete Ergebnisse vor. Ausgehend vom Bestand und den Potenzialen konnten konkrete Maßnahmen abgeleitet werden. Konzeptersteller Prof. Dr. Brautsch vom Institut für Energietechnik stellte das Konzept der Öffentlichkeit in Kleinlangheim vor.

 

Interessant ist, dass 67 % des Strombedarfs in den Dorfschätzen bereits erneuerbar erzeugt wird, d.h. über Photovoltaik-, Biomasse- und Wasserkraft-Anlagen. Immerhin 25% beträgt der regenerativ erzeugte Anteil im Wärmebereich. Bei genauer Betrachtung sieht man jedoch sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden. Das Ausbaupotential ist immer noch sehr groß. Beim Thema Heizen sind vor allem die privaten Haushalte gefragt. Sie bilden die Verbrauchergruppe mit dem höchsten Heizenergiebedarf; über 50 % der Haushalte heizen noch mit Heizöl, in manchen Orten sind es sogar 80 %. Hier besteht dringend Handlungsbedarf. Detailliert betrachtet wurden Nahwärmenetze in Schwarzach am Main und in Schwarzenau, bei denen es sich lohnt, weiterverfolgt zu werden. Auch das Nahwärmenetz im Altort von Prichsenstadt wäre bei einem hohen Anschlussgrad wirtschaftlich.

 

Es entstand ein Maßnahmenkatalog mit 20 Projektvorschlägen, die nach Sichtung sowohl von den einzelnen Gemeinden als auch von der Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze nun konkret angepackt werden können.

Ohne die privaten Hausbesitzer wird die Energiewende nicht zu packen sein, Die Gemeinden werden nun Maßnahmen ergreifen, die privaten Hausbesitzer, aber auch Gewerbe- und Industriebetriebe gezielt zu Einsparungsmöglichkeiten hinsichtlich Gebäude- und Heizungssanierung zu informieren.

 

Die Verwaltung für Ländliche Entwicklung steht in Sachen Energiewende als kompetenter Ansprechpartner für die ländlichen Gemeinden zur Verfügung und hat mit Dorferneuerung, Gemeindeentwicklung, Integrierter Ländlicher Entwicklung und Flurneuordnung die passenden Instrumente. Bei der Förderung eines Energiekonzeptes liegt großer Wert auf der Beteiligung der Bürger und dem Herausarbeiten konkreter Projekte. Die Maßnahmen aus dem vorliegenden Konzept müssen nun in die Umsetzung gelangen. Schwerpunkt bildet hierbei die Sensibilisierung und Motivation der Bürger hinsichtlich Energieeinsparungsmöglichkeiten.        

                                    

Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken, Dipl.-Wi.Ing. Stefanie Thomuscheit, Dipl.-Ing. Johannes Krüger


Die Präsentation von Prof. Dr. Brautdch können Sie als PDF herunterladen, siehe unterhalb des Fotos.

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